A EUROPEAN LANGUAGES PROJECT

Erste Testreihe des Computerspiels THE LANGUAGE MAGICIAN in Italien

4. Januar 2017

In welchen Regionen sollen Tests durchgeführt werden?

Die Pilotphase des Computerspiels THE LANGUAGE MAGICIAN in Italien hat gerade begonnen. Das Spiel wird in Grundschulen der Region Perugia und Siena getestet werden. Die Wahl dieser beiden Regionen hängt zu einem damit zusammen, dass die Universitäten für Ausländer in Siena und Perugia Projektpartner sind und ihre bereits etablierten Netzwerke zu Schulen nutzen können. Zum anderen stehen diese beiden Regionen exemplarisch für die Varianzen in der italienischen Sprache und eignen sich daher gut als Datenbasis für das Projekt.

Italien stellt linguistisch betrachtet kein homogenes Gebiet dar. Standardsprache und Dialekte existieren nebeneinander und nicht nur bei der älteren Generation, sondern auch bei der jüngeren, deren sprachliche Fähigkeiten Ziel der Untersuchungen unseres Projekts sind.

Allgemein bekannt ist, dass Standard-Italienisch auf der toskanisch-florentinische Mundart basiert. Dieses Italienisch wird gegenwärtig in formalen Kontexten verwendet, währenddessen in informellen Situationen, in familiärer Umgebung oder im täglichen Leben anders gesprochen wird.

Durch die Wahl der beiden Regionen werden wir Daten von Kindern aus Schulen in der Toskana (in der Umgebung von Siena) erhalten, deren sprachliche Fähigkeiten näher am Standard-Italienisch sind, und Daten von Kindern aus Umbrien (Umgebung von Perugia). Beim Vergleich werden wir u.a. den potentiellen Einfluss von Dialekten auf sprachliche Fähigkeiten im Grundschulalter (L2) betrachten können.

Die geografisch gesehen geringe Entfernung der beiden Universitäten (Siena ist nur ungefähr 100km von Perugia entfernt) befördert zusätzlich die enge Zusammenarbeit der beiden Universitäten.

Wie viele Schülerinnen und Schüler werden in das Projekt einbezogen?

Ungefähr 400 Kinder, die die 3. Klasse der Primarschulen besuchen und 8 oder 9 Jahre alt sind, werden an unseren Tests teilnehmen; ungefähr die Hälfte davon in Siena und Umgebung, die andere Hälfte in Perugia und Umgebung. In jeder Schule der ausgewählten Schulen gibt es fünf Klassen mit durchschnittlich je 20 Schülern.

Diese Zahlen sind bemerkenswert und machen THE LANGUAGE MAGICIAN – zusammen mit 1.800 weiteren Kindern, die sich an Tests in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Spanien beteiligen – zu einem der wichtigsten Sprachlehr- und –lernprojekten in Europa.

Die Arbeit der Mitarbeiter der Universitäten für die Pilotphase in Italien trägt erste Früchte. Die 5 Schulen konnten gewonnen und davon überzeugt werden, die Tests als curriculare Aktivität aufzunehmen. Das beweist die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit der Projektziele.

Wann kann man mit den ersten Projektresultaten rechnen?

Die Pilotphase, in der nach der Validität und dem Mehrwert eines Einsatzes von Computerspielen zur Sprachstandsmessung gefragt wird, hat gerade begonnen. Soeben sind die Schulen nominiert worden, die Schulleiter haben ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt und auf ersten Meetings werden die Details und das Prozedere zur Durchführung besprochen. Erste Resultate sind bis Ende Januar 2017 zu erwarten; gerade rechtzeitig, um sie auf einer Projekt-Konferenz in Leipzig zu präsentieren

Welche Resultate kann man erwarten?

Es ist immer schwierig, Resultate einer Testreihe vorauszusagen. In manchen Fällen kann es sogar von Nachteil sein, Erwartungen zu formulieren, da es dazu verleiten könnte, nur danach zu suchen, was man beweisen möchte. Deshalb ist es sinnvoller, nur kurz den pädagogischen Hintergrund des Projekts zu beschreiben.

An italienischen Grundschulen wird – beginnend ab dem ersten Schuljahr – zwei Stunden Englisch pro Woche unterrichtet. Das Fach wird von erfahrenen Grundschul-Lehrkräften unterrichtet, die aber nicht in jedem Fall als Fremdsprachenlehrer ausgebildet sind. Verwendete Schulbücher richten den Fokus oft auf lexikalische Fähigkeiten, die mit spielerischen Aktivitäten verbunden werden. Als Ergebnis zeigt sich, das die Kinder unzureichende fremdsprachliche Fähigkeiten entwickeln. Am Ende der 5. Klasse können die meisten Schülerinnen und Schüler kaum ein paar Worte in der Fremdsprache (Zahlen, Farben und ein paar wenige Sätze mehr). Obwohl Computer und Apps mittlerweile eine große Rolle im täglichen Leben von Kindern spielen, werden sie in Schulen bisher kaum verwendet, schon gar nicht, um damit Englisch zu lehren. Schon anhand dieser wenigen Fakten zeigt sich, wie wichtig unsere Projektanliegen sind, nämlich Lehrkräfte zu unterstützen, Schülerinnen und Schüler zu motivieren und technisches Neuland zu betreten, sowie europäische Standards im Fremdsprachenlehren für die Grundschule zu schaffen.

Wir sind sicher, dass mit dem LANGUAGE MAGICIAN eine Reise in die Zukunft beginnt, die hoffentlich bald auch von vielen anderen beschritten wird.

Autor: Projektleiter der Universität für Ausländer, Siena – Prof. Andrea Villarini

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