A EUROPEAN LANGUAGES PROJECT

Bilingualer Unterricht – eine Priorität für Lehrer und Schüler in La Rioja

13. Januar 2017

Artikel von Begoña Aguirre Brea

Die Fähigkeit, aktiv zumindest eine Fremdsprache anwenden zu können, sollte eines der Ziele jedes Bildungssystems sein. Kommunikative Fähigkeiten und Fremdsprachenkenntnisse tragen zum Lernprozess der Schüler bei und steigern ihre Chancen, Arbeit in anderen Ländern zu finden.

Das Ministerium für Bildung, Fortbildung und Arbeit La Rioja hat die sprachliche Entwicklung von Lehrern und Schülern zur Priorität gemacht und fördert deshalb bilingualen Unterricht.

Mit diesem Ziel vor Augen hatte das Zentrum für Innovation und Ausbildung (Centre for Innovation and Educational Training – CIFE) bereits 2004 einen langfristigen, strukturierten Handlungsplan entworfen, der bis heute gilt. Es sollen vor allem Initiativen zum Englischlernen unterstützt werden. Eines der Ziele ist es, das frühe Fremdsprachenlernen zu fördern. Schüler sollen sich vom Beginn ihrer Schullaufbahn an mit der zweiten Sprache auseinander setzen. Der Plan des Ministeriums berücksichtigt außerdem die Autonomie der einzelnen Schulen. Jede Schule hat die Möglichkeit, eigene Pläne für bilingualen Unterricht und Fremdsprachenförderung zu entwerfen, je nach Gegebenheiten und Ressourcen.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Anliegen, Fremdsprachenlernen weiter zu stärken, hat das Ministerium für Bildung, Kultur und Sport La Rioja beginnend mit dem Schuljahr 2004/05 mehrere langfristige Projekte zur Fremdsprachenimmersion in den Schulen (Language Immersion Projects in Schools – PILC) pilotiert. Diese Projekte wurden in drei Stufen implementiert: Stufe A: Lehrer kommunizieren mit den Schülern in der Fremdsprache, wenn es um Routinen, Begrüßungen, Anweisungen, Aussagen etc. geht. Kleine Teile des Lehrplans können in der Fremdsprache vermittelt werden, solange das inhaltliche Verständnis gegeben ist. Stufe B: die Lehrer vermitteln den Inhalt einer Einheit oder didaktischen Sequenz des Lehrplans in der Fremdsprache. Stufe C: Nachdem das Projekt begutachtet und die Ergebnisse für positiv befunden wurden, begann im Schuljahr 2013/14 Stufe C. Die Lehrer tragen nun zum Lehrplan eines Schulfaches in der Fremdsprache bei.

Stufe A ist inzwischen überflüssig geworden, da die Fremdsprachenkenntnisse von Lehrern und Schülern viel fortgeschrittener sind als im Jahr 2005. Trotzdem laufen noch einige Sprachimmersionsprojekte an Schulen, an denen andere intensive Aktivitäten zum Fremdsprachenlernen nicht durchgeführt werden können oder bilinguale Pläne nicht in allen Klassen umgesetzt werden konnten.

Der Erfolg der Sprachimmersionsprojekte bei Lehrern und in der Bildungsgemeinschaft führte dazu, dass das Bildungsministerium einen Erlass (7/08 vom 14. April 2008 ) verfügte, welcher Richtlinien für Schulen aufstellt, die ein bilinguales Projekt anbieten wollen.

Mehrere Sekundarschulen haben nun mit Nachfolge-Projekten begonnen, allerdings ist nur eine Grundschule beteiligt. Grund dafür ist möglicherweise die Bedingung, dass für jede bilinguale Klasse auch eine nicht bilinguale angeboten werden muss, sodass Kinder und Eltern wählen können. Dies könnte an Grundschulen zu schwierig in der Umsetzung sein. In den weiterführenden Schulen funktionieren die bilingualen Programme aber sehr gut.

Derzeit gibt es 16 Schulen, die dem CLIL-Ansatz folgen. Die Vorgabe, Englisch in den Lehrplan einzubinden, hat zur Entwicklung bilingualer Programme geführt. Alle Schüler werden in wenigstens zwei nicht-sprachlichen Fächern des Lehrplans auf Englisch unterrichtet. Diese Schulen verfügen über spezifisches Support-Material auf Englisch und werden je nach Bedarf von einem oder zwei Fremdsprachenassistenten unterstützt. Außerdem gehören die Lehrer, die an der letztgenannten Initiative teilnehmen, sowie diejenigen, die vom Erlass 7/08 vom 14. April 2008 betroffen sind, zu einer Prioritätengruppe. Sie profitieren von zusätzlichem Fremdsprachen- und Methodentraining, das vom Zentrum für Innovation und Ausbildung (CIFE) das ganze Schuljahr über angeboten wird.

Derzeit wird an einem neuen Erlass für Bilingualen Unterricht an Grundschulen in La Rioja gearbeitet. Erfahrungen aus der bilingualen Pilotphase sollen einbezogen und Bildung im Fremdsprachenbereich soll reguliert werden. Der Erlass wird im Schuljahr 2017/18 in Kraft treten.

 

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